Der Fachausschuss ZfP im Automobilwesen (FA Automotive) wurde am 27.03.2019 gegründet, um branchenspezifische Inhalte herauszukristallisieren und die Besonderheiten in der Automobilindustrie bzw. Automobilzulieferindustrie näher zu beleuchten. Der FA Automotive versteht sich als Plattform für einen regen und intensiven Meinungsaustausch über Fragen bzgl. der ZfP für die verschiedensten Unternehmen im automotiven Sektor.
Der FA veranstaltet pro Jahr zwei Sitzungen in denen Fachbeiträge Diskussionen anregen sollen. Die verschiedenen Fragestellungen werden entweder in entsprechenden Unterausschüssen (UA) bearbeitet oder durch Berichterstattungen aus anderen Gremien verfolgt. Ins Leben gerufen wurden folgende UA:
- UA Karosserie und Fügetechnik
Prüfverfahren an Karosserie und Fahrwerksteilen sind Gegenstand der Arbeit des UA. Aktuell wird an einer Richtlinie für die Durchführung und Bewertung von ZfP an Fügeverbindungen im Automobilbau gearbeitet.
- UA Ausbildung
Ziel ist eine standardisierte Ausbildung für den Automobilbereich zu ermöglichen. Dies ist im Zusammenhang mit einem Industriesektor Automotive zu sehen. In vielen Normen / Richtlinien wird die Empfehlung gegeben, dass bzgl. der Personalqualifikation eine Ausbildung nach ISO 9712 bzw. „gleichwertigen Regeln“ zu gewährleisten ist. Ungeklärt ist jedoch, ob in der Automobilindustrie die Prüfwerkerausbildung als „gleichwertige Regel“ anerkannt wird.
Bereits erfolgreich in die Ausbildungspraxis überführt wurden Kurse für die Ultraschallprüfung von Punktschweißverbindungen (UT1 und UT2 Iam). Für die sehr produktspezifischen Fragestellungen aus dem Bereich Automobilwesen sind weitere Verfahren für passende Kurse in Vorbereitung z.B. ET, MT, PT. Als neues Werkzeug in die Qualifizierungsmöglichkeiten wird die Gestaltung der Kurse als E-Learning-Angebot vorbereitet.
Ein Thema, welches ebenfalls von Interesse ist, ist der Bedarf an einem Leitfaden für Zertifizierungsauditoren im Rahmen der IATF 16949. Die Gründung eines UA wurde nicht vorgenommen, da dieses Thema im VDA aktiv bearbeitet wird. Dieses Thema wird demzufolge in den FA-Sitzungen von Gremienmitgliedern vertreten, die sowohl im FA Automotive als auch im VDA tätig sind.
Eine ähnliche Herangehensweise wurde für den UA Grenzmuster gewählt. Die Begrifflichkeit „herstelltechnisch fehlerfrei“ wirft Fragen auf, die mit Hilfe von Grenzmustern in die prüftechnische Realität zu übersetzen sind. Dies ist kein spezifisches Automotive-Thema, so dass auf die Arbeit in anderen FA zurückgegriffen werden kann. Derzeit wird das Thema Grenzmuster aktiv im FA Wirbelstromprüfung bearbeitet. Berichte aus der AG Vergleichsfehler des FA Wirbelstromprüfung sind fester Bestandteil der Sitzungen des FA Automotive.
Die Themen im FA Automotive sind eng miteinander verzahnt. Die Arbeit in anderen Fachausschüssen und Gremien ist mitunter für den FA Automotive relevant. Daher ist die Bündelung des Know-Hows ein erklärtes Ziel des FA Automotive, wobei doppelte Arbeit vermieden werden soll.
Stand: 31.05.2021